Analyse der Neuroanatomie der Koprolalie beim Tourette-Syndrom
mittels funktioneller Kernspintomographie
Gates L, Clarke JR, Stokes A, Somorjai R, Jarmasz M, Vandorpe
R, Dursun SM.
Department of Diagnostic Radiology, Dalhousie University,
Halifax, NS, Canada B3H 2Y9. Prog Neuropsychopharmacol Biol
Psychiatry. 2004
Das Ziel der Studie war eine Analyse der
neurologischen Grundlagen phonetischer Tics im Rahmen des
Tourette-Syndroms mittels funktioneller Kernspintomographie
(fMRI) sowie der Vergleich mit einem postulierten Tic-bildenden
Netzwerk (TGN). Untersucht wurden ein Tourette Syndrom-Patient
und ein gesunder Proband. Die fMRI-Untersuchungen wurden
bei dem Tourette Syndrom-Patienten während zahlreicher
nicht unterdrückter phonetischer Tics durchgeführt.
Gleichzeitig erfolgten Bandaufzeichnungen. Mit Hilfe von
Fuzzy-Cluster-Methoden wurden sogenannte Aktivierungs-Maps
gebildet.
Sowohl der Tourette Syndrom-Patient als auch die Kontrollperson
zeigten fMRI-Aktivierungen im linken mittleren frontalen
Gyrus und im rechten precentralen Gyrus. Der Tourette Syndrom-Patient
zeigte zudem Aktivitäten im Caudatus Nucleus, dem Gyrus
cinguli, dem Cuneus, dem linken Gyrus angularis, dem linken
inneren Gyrus parietalis und dem Gyrus occipitalis.
Zusammenfassend lässt sich sagen,
dass es sich bei der fMRI zusammen mit einer Fuzzy-Cluster-Analyse
um ein sinnvolles Verfahren zur Untersuchung von Patienten
mit Vokaltics handelt. Außerdem stützen die Befunde
die Hypothese eines Tic-bildenden Schaltkreises im Gehirn.
Weitere Untersuchungen sind erforderlich, um die Daten zu
bekräftigen.