„Dein Engagement zählt“
12. Selbsthilfetage in der Unteren Rathaushalle / Über 60
Betroffenengruppen und Organisationen stellen sich vor 12. Bremer
Selbsthilfetage in der Unteren Rathaushalle
Bremen/Niedersachsen 24.09.09
Bericht zur Teilnahme an den 12.
Bremer Selbsthilfetage
vom 25.- 26. September 2009/ Sigrid Bubeck
Zwei Tage Öffentlichkeitsarbeit auf den 12. Bremer Selbsthilfetagen
liegen hinter mir. Am Donnerstag konnte eigentlich schon aufgebaut
werden, aber das habe ich terminlich nicht geschafft. Also bin
ich am Freitag eher losgefahren, aber die Damen vom Netzwerk wollten
sich noch sammeln und eigentlich erst um 9:45 öffnen. Ich
habe dann an der Tür geruckelt und geklopft und sie haben
sich freundlicherweise doch erbarmt und mich reingelassen. Dann
die nächste Überraschung: ich stand nicht mehr in Wabe
12! Den Damen von der Elektrosmog SHG war es in Wabe 3 zu „smokig“!
Der nette Fensterplatz mit Blick auf den Roland und Marktplatz
war völlig unakzeptabel! Da die Tourette-SHG am Donnerstagnachmittag
ja nicht zum Aufbauen da war und ich ja so „pflegeleicht“
bin, wurde mal eben getauscht. Ich stand also nicht mehr neben
der SHG Legasthenie und SHG Hochbegabung sondern neben der SHG
Verwachsungsbauch.
| Der Freitag gestaltete
sich sehr zäh und der Zulauf war schleppend bis schlecht.
Zwischendurch ging die Sozialsenatorin Frau Rosenkötter,
nach ihrer morgentlichen Ansprache, einmal durch die Halle
und sprach mit den Vertretern der Gruppen. Ich konnte kurz
mit ihr sprechen. Die Debatte in der Bremer Bürgerschaft
über das Tourette-Syndrom hatte sie tief beeindruckt!
Die Große Anfrage war über unsere Öffentlichkeitsarbeit
zustande gekommen. Die Kolleginnen der SHG Verwachsungsbauch
erwiesen sich als sehr nette Nachbarinnen. Die „smokigen
Zustände“ in unserer Wabe waren der Runing-Gag
während der zwei Tage zwischen uns. Sie meinten beim
Verabschieden, dass sie das nächste Mal unbedingt wieder
neben der Tourette SHG stehen möchten.
Ich musste die Veranstaltung gegen 15 Uhr
verlassen, weil ich einen weiteren Termin um 17 Uhr im Klinikum
Bremen-Ost hatte. Dort tagte unser Arbeitskreis Tic und
Tourette, der sich dem Thema „Tourette in der Schule“
widmete.
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| Eine Dame vom Zentrum für schülerbezogene
Beratung wollte einen Vortrag dazu halten. Meine Standnachbarinnen
versprachen den Tourette-Stand, die Infomaterialien und die
Gummibärchen im Auge zu behalten. Es klappte einfach
gut, aber den Gummibärchenklau konnten sie nicht ganz
verhindern. |
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Am Samstagmorgen klaffte auf der gelben Decke ein Loch wo die
Gummis gelegen hatten. Der Arbeitskreis war gut besucht und es
waren sogar neue Gesichter dabei.
Ein Psychiater erinnerte sich an die erste unserer Fortbildungsveranstaltungen
zum Tourette-Syndrom und meinte, dass er beeindruckt war von der
Veranstaltung, vor allem aber über den Vortrag des von Tourette-betroffenen
Gruppenleiters aus Osnabrück. Die Zeit verging sehr schnell
und der Vortrag war sehr interessant. Anscheinend müssen
Schulen und Eltern diese sinnvolle Einrichtung viel öfter
nutzen und in Anspruch nehmen.
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Am Samstagmorgen war ich kurz vor 10
Uhr in der Unteren Rathaushalle. Man merkte, dass viel mehr
los war als am doch sehr flauen Freitag. Teilweise gaben
sich die Interessierten an Tourette die Klinke in die Hand.
Die Leute vom Autismus-Verein (Asperger-Autismus; ein Vertreter
war aus Berlin!) schauten vorbei und versorgten sich mit
Infomaterial. Mit der Vertreterin der „Aktion Hochbegabtes
Kind e. V.“ gab es ein sehr langes und hochspannendes
Gespräch. Ich sprach mit Interessierten, Müttern,
Lehrern, einer Schulärztin vom Gesundheitsamt Bremen,
direkt Betroffenen und auch mit anderen Standvertretern
aus unserer Wabe, die im Bekanntenkreis ein Tourette-Kind
haben. Ein Betroffener war am Freitagnachmittag auf den
Tourette-Stand aufmerksam geworden. Er kam am nächsten
Tag tatsächlich noch einmal wieder um mit mir zu sprechen.
Er war ebenfalls auf einer der zwei Fortbildungen von uns
gewesen. Er erkundigte sich, ob es nicht vielleicht auch
einen Gesprächskreis für Erwachsene gibt. Bisher
leider nicht, aber jetzt könnte es bei der Nachfrage
damit klappen. |
Die Infomaterialen gingen weg wie die warmen Semmeln. Am Tag
vorher hatte ich mich noch mit dem Karton und den Papierkilos
abgeschleppt. Ich habe es tatsächlich nicht für möglich
gehalten, dass die Resonanz diesmal doch noch so gut war. Vor
vier Jahren war ich von der gleichen Veranstaltung sehr enttäuscht,
weil ich gar keinen Zuspruch gehabt hatte.
Mein Fazit: Selbsthilfetage können eine gute Gelegenheit
für Öffentlichkeitsarbeit sein. Ich habe nette Menschen
kennen gelernt, bin ins Gespräch gekommen, ich konnte Kontakte
knüpfen, vielleicht neue Gruppenmitglieder gewinnen und über
Tourette aufklären.
Sigrid Bubeck
Tourette Selbsthilfegruppe Bremen
Oktober 2009

Am 26.03.2008 feierte die Jubiläum Tourette
SHG Bremen ihr 5-jähriges Bestehen
Die Leiterin Sigrid Bubeck berichtet: 